Geschichtliches

DIE KAPELLE IM WANDEL DER ZEIT

Schon früh hat es in Osthelden eine Kapelle gegeben. Sie wurde bereits 1463 in
einer Urkunde erwähnt. Während des 30-jährigen Krieges wurde das Gotteshaus zerstört. Nach Kriegsende genehmigte der ev. Fürst Johann Moritz von Nassau-Oranien im Jahr 1658 eine Spendensammlung für die zerstörte Ostheldener Kapelle,
so dass dort bald wieder das Evangelium verkündet werden konnte.
Um das Jahr 1700 übernahm die Kapelle zusätzlich die Aufgaben einer Dorfschule.
Der christlichen Gemeinde vor Ort war es wichtig, dass die Kinder im Dorf mit Schul-büchern lesen, schreiben und rechnen lernten, mit der Bibel und dem Gesangbuch vertraut wurden und die Welt begreifen lernten.
Die Kapellenschule Ostheldens lag am Dorfplatz wie das heutige Gebäude bis sie
um das Jahr 1760 mitten im Winter einem Brand zum Opfer fiel. Als Ersatz baute
man oberhalb der Ruine eine Kapelle mit Unterrichtsraum für die sieben Schulkinder.

Mit den Jahren stieg die Zahl der Schüler auf 90. So kam es 1894 zum Neubau der Schule mit Kapellenrecht am heutigen Standort. Allerdings waren die kleinen Schulbänke für die Gottesdienstbesucher recht unbequem.
1957 wurde ein neues mehrklassiges Schulgebäude am Ende des Alten Weges gebaut und die Kirchengemeinde Ferndorf erwarb auf Wunsch vieler Gemeindeglieder das alte Schulgebäude.

Es wurde umgebaut und am Nachmittag des Erntedanktages, dem 05.Oktober 1958, feierlich in Gebrauch genommen.Im Jahr 1964 erhielt die Kapelle ihre kleine Pfeifenorgel. Spätere Erweiterungen und Modernisierungen machten die ev. Kapelle Osthelden zu dem Gebäude, das wir heute kennen.

Aufgrund stark sinkender Gemeindegliederzahlen fasste das Presbyterium der Kirchengemeinde Kreuztal im Herbst 2015 den Beschluss, die Kapelle als Gottesdienststätte aufzugeben, was am 17.03.2018 zur Gründung des Vereins
Kapelle mit Kultur Osthelden e.V. führte.
80 Mitglieder aus Osthelden, Junkernhees, Fellinghausen und Kreuztal haben die Aufgabe übernommen, die Kosten der Kapelle zu tragen und dafür zu sorgen, dass
die Kapelle auch weiterhin als Kirche in der Mitte unseres Dorfes steht und als Ort
für Gottesdienste, Beerdigungen und Hochzeiten genutzt werden kann.
Aber auch die Kultur hat Einzug gehalten. Man trifft sich hier zum Malen, Tanzen, Basteln und Spielen, um Fotos, Filme und Gemälde zu sehen und Reiseberichte, Gedichte, Musik und Geschichten zu hören.